7fhh Berliner Mieter wehren sich gegen hohe Nebenk
Die Anwohner in Waidmannslust haben wirklich allen Grund zur Klage. Seit Jahren ist es keine Seltenheit, dass von den Mietern der Wohnungsgenossenschaft GSW, deren Name eigentlich für ?Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin“ steht, bis zu vierstellige und nach Mieter-Ansicht überzogene Nebenkosten-Nachzahlungen gefordert werden. Scheinbar ist der GSW die gemeinnützige Ader nach ihrem Verkauf an den US-Finanzinvestor Cerberus verlorengegangen.
Berliner Mieter wehren sich gegen hohe Nebenkostenabrechnungen
Der Brief mit der Nebenkostenabrechnung für das vergangene Jahr ist eine spannende Angelegenheit. F?llt die geplante Urlaubsreise aus, weil wieder eine saftige Nachzahlung ansteht, oder ist dank einer netten Rückerstattung sogar ein neuer Fernseher drin? Für die Mieter der Berliner Rollbergesiedlung ist die Spannung raus: Seit Jahren flattern ihnen hohe Nachzahlungen vom Vermieter ?GSW“ ins Haus. Nun haben sie eine Initiative gegen die ihrer Meinung nach überh?hten Rechnungen gegründet.
Die Mieter beschweren sich vor allem über Ungereimtheiten in den Abrechnungen, zudem seien diese in vielen F?llen ?unverst?ndlich, inhaltlich und formal falsch“, so der Sprecher der Reinickendorfer Mieterinitiative, Wolfgang Dangel, zum Berliner Kurier. Konkret handelt es sich dabei zum Beispiel um falsche Rundungen und übertr?ge oder unbelegte Buchungen. Bei knapp 1.000 Mieterparteien alleine in Waidmannslust kommt da leicht ein erkleckliches Sümmchen zusammen – insgesamt besitzt die GSW rund 75.000 Wohneinheiten. Für die Initiative ist das Grund genug, nicht nur Berlins Regierenden Bürgermeister Wowereit (SPD) um Hilfe zu bitten, sondern vor Gericht zu ziehen. Rund 50 Verfahren wurden bereits angestrengt und die ersten sechs davon bereits gewonnen. Das Angebot der GSW, die Auseinandersetzung gegen eine Zahlung von 35.000 Euro beizulegen, kommt für die Mieter nicht in Frage – kein Wunder, entspr?che die Summe doch in etwa 35 Euro pro Mietpartei.
Für die GSW sind die hohen Nebenkosten allesamt korrekt, schlie?lich stiegen die Preise für Energietr?ger wie ?l und Gas in den letzten Jahren betr?chtlich, erkl?rte der GSW-Sprecher Thomas Rücker und bedauerte gleichzeitig, dass diese auf die Mieter umgelegt werden müssen. Dabei wird der GWS aber nun vermehrt auf die Finger geschaut: Sowohl Mieterinitiative als auch der Reinickendorfer Stadtrat Andreas H?hne (SPD) beobachten genau, ob sich die GSW bei Hartz-IV Empf?ngern schadlos h?lt – diese zahlen die Nebenkosten schlie?lich nicht selber.
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